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09.09.2019

Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2018"


Im Mai 2019 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit die Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2018“ veröffentlicht. Hierfür wurden die Aussagen von circa 4.000 Personen, beiderlei Geschlecht aus allen sozialen Milieus und allen Altersgruppen in Bezug auf ihr Umweltbewusstsein befragt. Der Fokus lag hierbei auf den Themen Mobilität, Energiewende, Landwirtschaft sowie der Erfassung des Alltagbewusstseins des Umwelt- und Klimaschutzes.

Im Vergleich zu anderen politischen Themen rangiert Umwelt- und Klimaschutz auf dem dritten Platz (64 % sehen das Thema als sehr wichtige Herausforderung), knapp hinter sozialer Gerechtigkeit (65 %) und Bildung (69 %). Somit hat der Umwelt- und Klimaschutz elf Prozentpunkte seit der letzten Befragung (2016) dazugewonnen. Dies korreliert mit der Einschätzung des weltweiten Umweltzustandes, der von 90 % als sehr oder eher schlecht eingestuft wird, wobei auch der Umweltzustand in Deutschland kritischer gesehen wird als noch in den letzten Jahren (Rückgang von 75 % auf 60 %).

Ebenso spiegelt die Studie die große Unzufriedenheit der Befragten mit den relevanten Akteuren wider, deren Engagement wurde ebenfalls schlechter bewertet als in der Befragung zuvor. So fiel die Zufriedenheit mit der Arbeit der Städte und Gemeinden von 49 auf 24 Prozent, bei der Bundesregierung von 34 auf 14 Prozent und bei der Industrie von 15 auf acht Prozent.

Dieser Rückgang wird besonders aus den negativen Einschätzungen der Befragten in den abgefragten Bereichen gespeist. So wird die Energiewende zwar von den meisten Befragten begrüßt (85 % erachten den Ausstieg aus fossilen Energien als eher oder sehr wichtig), jedoch sind die Bürger mit der Geschwindigkeit der Umsetzung unzufrieden (81 %) und empfinden die Kosten als ungerecht verteilt (94 %). Im Allgemeinen sehen sich die Bürger ebenfalls in der Pflicht, bei der Energiewende mitzuhelfen und sich finanziell zu engagieren.

Zwar sind die Befragten mit der Nahrungsmittelversorgung durch die Landwirtschaft zum Großteil zufrieden (71 % befinden diese als sehr gut oder eher gut), jedoch werden besonders der Rückgang der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als Probleme benannt (66 %). So wird angemahnt, dass die Landwirtschaft den Aufgaben in Bezug auf den Umwelt- und Naturschutz und das Wohl von Nutztieren nicht in ausreichendem Maße nachkommt. Hier wird ein Eingreifen der Regierung gefordert um, tier-, umwelt- und klimagerechten Maßnahmen finanziell zu fördern. Ein Blick auf das eigene Konsumverhalten zeigt, dass sich der Konsum tierischer Nahrungsmittel in Deutschland immer noch auf einem hohen Niveau befindet. Ein Verzicht ist für viele Menschen bis jetzt nicht vorstellbar, wobei das allgemeine Interesse an alternativen Ernährungsmodellen steigt.

Ein ähnliches Bild zeichnen die Ergebnisse der Mobilitätsbefragung, zwar spricht sich die Mehrheit der Befragten für eine ökologische Gestaltung des Verkehrs in Deutschland aus, Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Radverkehr, jedoch dominiert im alltäglichen Verhalten der motorisierte Individualverkehr. Dies wird mit der mangelnden Flexibilität und der fehlenden Infrastruktur begründet. Dass jedoch auch der Bürger seinen Teil leisten muss, zeigt sich bei der Benennung der Akteure die einen wichtigen Beitrag für einen umweltfreundlicheren Verkehr leisten können. In diese Aufzählung folgen die Bürger nach der Bundesregierung (69 %) und der Autoindustrie (63 %) mit 51 % auf dem dritten Platz.

Die Studie zum Download finden Sie unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltbewusstsein-in-deutschland-2018