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30.03.2021

Buchrezension: Erneuerbare Energien ohne heiße Luft


Christian Holler, Joachim Gaukel

Erneuerbare Energien: Ohne heiße Luft

Oekom Verlag, Taschenbuch, 272 Seiten, 20,00 Euro (Print), 0,00 Euro (Kindle E-Book)

Buchrezension: Erneuerbare Energien: Ohne heiße Luft

Zu wie viel Prozent können wir Deutschland mit erneuerbaren Energien versorgen? Dieser Frage wird in dem Buch nachgegangen und mit verständlichen Berechnungen erklärt, wie der momentane Energiehunger durch erneuerbare Energiequellen gedeckt werden kann. Fossile Energien sind endlich und deren CO2-Ausstoß verändert unsere Erde. Die Frage nach dem Sinn erneuerbarer Energien ist also bereits beantwortet.

Doch welche alternativen Energiequellen sind in Deutschland tatsächlich nutzbar? Dafür werden die Energieträger Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Abfall und Geothermie genau untersucht und es wird verständlich erläutert, wieviel Nutzungspotential in diesen Energiequellen steckt. Anschließend werden die Eigenschaften verschiedener Speichertechnologien vorgestellt und beschrieben.

Das Buch deckt ebenso amüsante „Geschichten aus Absurdistan“ auf und beschreibt wie hilfreich der Mond für die Energieproduktion sein kannoder mit welcher Einheit ganz kleine Energiemengen riesengroß gemacht werden können.

Zuallererst wird Transparenz in die verschiedenen Einheiten gebracht, denn „446 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten“ oder „12 Gigawatt“ lassen sich nicht mit dem Energieverbrauch zu Hause oder am Arbeitsplatz in Beziehung setzen. Der Energieverbrauch wird in die Einheit „Kilowattstunden pro Person und Tag“ umgerechnet, ohne dass die physikalischen Grundlagen verändert werden. So bekommt ein Mensch ohne Fachkenntnisse eine Vorstellung davon wie viel Energie unser moderner Lebensstil tatsächlich verbraucht und wieviel davon mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann.

Die Autoren nutzen eine besondere Sprache, die auch umgangssprachliche Formulierungen enthält. Einerseits möchten sie für den „Durchschnittsmensch“ schreiben, andererseits vermitteln sie doch sehr viele komplexe Zahlen und Inhalte. Die lesende Person sollte sich voll konzentrieren können und am Ende ist es einfach so viel Interessantes, dass man es nicht schafft sich so viel zu merken. Daher fungiert das Buch als Grundlagenliteratur und Nachschlagewerk, denn wenn wir die physikalischen Obergrenzen verstehen, können wir uns eine Meinung zu den schwierigen politischen, ökologischen und wirtschaftlichen Fragen bilden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es bisher nicht möglich ist unseren momentanen Primärenergiebedarf zu 100 % über alternative Energiequellen zu decken. Deshalb muss die erste Prämisse sein, Energie sparsam zu verwenden. Windenergie (On- und Offshore) sowie Photovoltaik in Großanalagen und auf allen Dächern spielen dabei die größte Rolle. Biomasse liefert auch noch einen gewissen Beitrag. Allerdings können Wasserkraft und Wellenenergie nur zu sehr geringen Anteilen in Deutschland genutzt werden. „Wir müssen uns also mit Wind und Sonne anfreunden, wenn wir es schaffen wollen.“

Tina Heinemann, WUQM Consulting GmbH