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17.08.2017

Änderungen der EMAS-Verordnung - Integration der ISO 14001:2015


Die Übergangsfrist zur Umstellung auf die neue ISO 14001:2015 endet am 14.09.2018. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die externen Zertifizierungsaudits nach der ISO 14001 und/oder EMAS durchgeführt worden sein. Sind die Zertifikate bis zu diesem Zeitpunkt nicht erneuert worden, verlieren Sie Ihre Gültigkeit.

Den EMAS-Organisationen wird bereits jetzt empfohlen eine Umstellung auf die neue ISO 14001:2015 vorzunehmen, auch wenn mit der Verabschiedung der neuen EMAS-Verordnung voraussichtlich erst im Herbst 2017 gerechnet werden kann. Denn Wunschtermine bei den Umweltgutachtern sind oftmals schwer zu kriegen.

Nutzerhandbuch und Multisite-Verfahren

Die EU-Kommission passt gerade das Nutzerhandbuch für EMAS-Organisationen entsprechend den Änderungen an. Darin wird auch auf die geplante Multisite-Registrierung eingegangen, die allerdings nur für bestimmte Branchen aus dem Dienstleistungssektor mit geringen Umweltauswirkungen in Frage kommen soll.

Mit diesem Verfahren ist es möglich, innerhalb des Validierungszyklus die Standorte nur stichprobenartig zu prüfen, was im Zertifizierungsverfahren der ISO 14001 bereits möglich ist. Auch ist es geplant, für bestimmte Branchen Möglichkeiten zu schaffen, an Pilotprojekten zur Multisite-Registrierung teilzunehmen.

Die wesentlichen Neuerungen beziehen sich auf die Änderungen in der ISO 14001:2015, die komplett in der EMAS-Verordnung enthalten ist. Der Normentext der ISO 14001:2015 wird im Anhang II, Spalte A den darüber hinausgehenden Anforderungen der EMAS-Verordnung in Spalte B gegenübergestellt.

Wesentliche Änderungen zusammengefasst

Für die EMAS-Organisationen ergeben sich folgende Anpassungen, diese betreffen u.a.:

  • Anfertigung einer Stakeholderanalyse und -aktionsplan
  • Ermittlung der Risiken und Chancen der Umweltaspekte (im EMASeasy-Formular FLIPO bereits enthalten) 
  • Lebenszyklusbetrachtung von Produkten entlang der Wertschöpfungskette (betrifft produzierendes Gewerbe) -> indirekte Umweltaspekte im Beschaffungsverfahren sind bereits in EMAS enthalten
  • Pflicht zur Benennung eines Managementsystembeauftragten fällt in der ISO 14001 weg, bleibt in der EMAS-VO erhalten
  • beim internen Audit steht die Überprüfung der Rechtskonformität und die Berichterstattung der Auditergebnisse an die oberste Leitung im Vordergrung
  • in die Umwelterklärung können weitere Umweltinformationen, als im Anhang IV gefordert, aufgenommen und vom Umweltgutachter validiert werden
  • Integration der Umwelterklärung in andere Berichte möglich, wenn Sie erkennbar bleibt
  • die Kernindikatoren werden überarbeitet -> nähere Infos finden Sie unter www.emas.de
  • Kennzahlen zur Verbesserung der indirekten Umweltapekte bspw. im Beschaffungsverfahren sollen abgebildet werden
  • Bezug auf die branchenspezifischen Referenzdokumente ist herzustellen (Tourismus, Bauwirtschaft)
  • bei Sammelregistrierungen kann für die Umwelterklärung eine andere Amtssprache als die Sprache des jeweiligen Landes gewählt werden, wenn Informationen über einzelne Standorte in der Amtssprache verfügbar sind

Zurzeit erarbeitet der Umweltgutachterausschuss eine Hilfestellung für EMAS-Organisationen, die nach der Verabschiedung der überarbeiteten Anhänge zur Verfügung stehen soll.

Ausführliche Informationen zu den Änderungen der EMAS-Verordnung finden Sie beim Umweltgutachterausschuss: http://www.emas.de/rechtliche-grundlagen/emas-novelle/

beim Bundesministerium für Umwelt (BMUB)

und beim Umweltbundesamt